
Daniel F. Azar Bariton
Nina Violetta Aichner Klavier
Programm
Johann Sebastian Bach
Kantate BWV 56 – „Ich will den Kreuzstab gerne tragen“
Kantate BWV 82 – „Ich habe genug“
– Pause –
Arie „Hier ist das rechte Osterlamm“ aus der Kantate BWV 4 – „Christ lag in Todesbanden“
Arie „Ächzen und erbärmlich Weinen“ aus der Kantate BWV 13 – „Meine Seufzer, meine Tränen“
Kantate BWV 158 – „Der Friede sei mit dir“
Arie „Es ist vollbracht“ aus der Kantate BWV 159 – „Sehet! Wir gehn hinauf gen Jerusalem“
Arie „Ach, wo hol ich, Armer, Rat?“ aus der Kantate BWV 25 – „Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe“
Rezitativ & Arie „Die Wunden, Nägel, Kron und Grab … Nun, du wirst mein Gewissen stillen“ aus der Kantate BWV 78 – „Jesu, der du meine Seele“
Johann Sebastian Bach verlieh der Bassstimme in seinem geistlichen Werk eine herausragende Bedeutung. Noblesse, Autorität, Innigkeit und Beweglichkeit verbinden sich hier mit virtuoser Technik, mühelosen Höhen und tragfähigen, klangvollen Tiefen. In drei seiner eindrucksvollsten Kantaten (BWV 56, 82 und 158) ist der Bass sogar die einzige Solostimme. Darüber hinaus übernimmt er häufig die Rolle der vox Christi und verkörpert damit die Stimme Jesu in Passionen, Messen, Oratorien und einigen Kantaten.
Zur Zeit Bachs war der Begriff „Bass“ jedoch weit gefasst und umschloss unterschiedliche tiefe Stimmlagen. Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts setzte sich der Bariton als eigenständige Stimmlage durch. Welche Stimmen eignen sich also heute besonders für jenes anspruchsvolle Repertoire, das Bach der „Bass“-Stimme zugedacht hatte?
An der Schnittstelle zwischen dramatischem Bariton und hohem Bass findet sich ein Timbre, das die von Bach geforderten Eigenschaften in idealer Weise vereint: kraftvoll und dunkel gefärbt, zugleich beweglich, ausdrucksstark und von natürlicher Höhe. Ob dramatischer Bariton, Bassbariton oder basse chantante – der Begriff „Bach-Bariton“ scheint diese vokale Identität treffend zu umschreiben und würdigt zugleich den Komponisten, der für diese Stimmen so außergewöhnlich inspiriert schrieb.
Der frankophone libanesische Bariton Daniel F. Azar und die österreichische Pianistin ungarischer Herkunft Nina Violetta Aichner widmen sich in diesem Rezital ganz den geistlichen Kantaten Johann Sebastian Bachs. In der intimen Besetzung für Stimme und Klavier präsentieren sie eine klare, moderne Lesart dieser zeitlosen Musik, die auch im Konzertsaal nichts von ihrer Ausdruckskraft verliert.
Veranstaltet von Daniel F. Azar. Tickets zu € 30,–/20,– (regulär/Studierende und Pensionist:innen) sind über eventjet.at (Link) erhältlich. Es gibt keine Abendkasse!