Ensemble Wiener Cammerstyl
Maria Kubizek Barockvioline
Peter Hudler Barockcello
Christoph U. Meier Hammerflügel
Wahlverwandtschaften
Joseph Haydn
Klaviertrio in e-moll, Hob. XV:12
Helene Liebmann
Grand Trio in A-Dur, Op. 11
- INTERMISSION -
Wolfgang Amadeus Mozart
Klaviertrio in C-Dur, KV 548
Johann Nepomuk Hummel
Klaviertrio in Es-Dur, Op. 12
Die deutsche und österreichische Instrumentalmusik des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts wurde maßgeblich von Joseph Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart geprägt. Viele Komponisten gingen in Formensprache und Stil eine „Wahlverwandtschaft“ mit diesen beiden Vorbildern ein. Haydn und Mozart zählen für uns heute zur Epoche der Klassik. Zeitgenossen sahen das mitunter anders. So attestiert E. T. A. Hoffmann in seiner Rezension von Beethovens fünfter Sinfonie 1810 allen drei Meistern „einen gleichen romantischen Geist“. Mozart führe „in die Tiefen des Geisterreiches“, besondere Erwähnung findet in diesem Zusammenhang die Sinfonie in Es-Dur KV 543 vom Sommer 1788.
Tatsächlich nimmt dieser Sommer in Wolfgang Amadeus Mozarts Schaffen eine besondere Stellung ein. In ihn fällt die Entstehung der drei letzten Sinfonien, die diese Gattung zu neuen Ausdrucksdimensionen führten. Etwa zeitgleich mit der Jupiter-Sinfonie schrieb Mozart im Juli 1788 das Klaviertrio in C-Dur KV 548, das in Harmonik und Verarbeitung deutliche Parallelen zur Jupiter-Sinfonie aufweist.
Im Winter 1788 schrieb Joseph Haydn sein Klaviertrio in e-moll Hob. XV:12, das vor allem im ersten Satz durch aufwühlende Dramatik und motivische Dichte erstaunt. Gut möglich, dass er sich von Mozarts Trio inspirieren ließ, das kurz zuvor im Druck erschienen war.
Helene Liebmann, weitläufig mit der Familie Mendelssohn verwandt, war eine berühmte Berliner Pianistin und Schülerin von Ferdinand Ries, der wiederum Beethovens Schüler war. In ihrem Klaviertrio in A-Dur Op. 11 von 1816 orientierte sie sich allerdings weniger an Beethoven, sondern bevorzugte eine kantable, brillante Kompositionsweise, die einerseits von Mozart und andererseits vom virtuosen Stil eines Carl Czerny und Johann Nepomuk Hummel inspiriert ist. Hummel hatte 1804 ein Klaviertrio in Es-Dur Op. 12 geschrieben, das ähnlich wie Liebmanns Komposition trotz der Anlehnung an Haydn und Mozart schon deutlich Franz Schubert vorwegnimmt.
Als Schüler Mozarts hatte Hummel auch eine besondere persönliche Beziehung zu Joseph Haydn, der ihn als seinen eigenen Nachfolger für die Position des Hofkapellmeister bei Fürst Esterházy empfahl, die Hummel 1804 antrat. Seine Piano Sonata Op. 13 widmete er seinem Förderer Haydn. Die letzten 18 Jahre seines Lebens verbrachte Johann Nepomuk Hummel als Hofkapellmeister in Weimar, wo er Mitglied in derselben Freimaurerloge war wie Johann Wolfgang von Goethe, der 1809 seinen Roman Wahlverwandtschaften veröffentlicht hatte, in dem er menschlichen Wechselbeziehungen literarisch ein besonderes Denkmal setzte.
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